Einhells Halbjahreszahlen weisen die Akkuplattform Power X-Change mit 56 Prozent des Konzernumsatzes aus, nach 53 Prozent im Vorjahreszeitraum — in Österreich sind es bereits 85 Prozent. Das ist die Zahl, auf die es ankommt: Sie besagt, dass das meiste, was Einhell heute verkauft, wegen eines Akkus gekauft wird, den der Käufer schon besitzt.
Die übrigen Ergebnisse bewegen sich kaum. Der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 lag bei 636,2 Mio. Euro gegenüber 630,2 Mio. Euro im Vorjahr, ein Plus von 0,9 Prozent in der Berichtswährung und von 1,1 Prozent währungsbereinigt. Das Ergebnis vor Steuern und PPA-Effekten blieb mit 62,6 Mio. Euro unverändert; inklusive dieser Effekte stieg es von 61,8 auf 62,0 Mio. Euro. Das EBIT legte um 1,7 Prozent auf 65,3 Mio. Euro zu, die Eigenkapitalquote von 50,4 Prozent zum Jahresende 2025 auf 56,6 Prozent.
Getragen wurde das von Westeuropa, wozu Einhell auch Deutschland, Österreich und die Schweiz zählt. Der Umsatz dieses Segments stieg von 370,0 auf 388,5 Mio. Euro, das Ergebnis von 37,4 auf 45,7 Mio. Euro; als Wachstumsmärkte nennt das Unternehmen unter anderem Spanien, das Vereinigte Königreich und Italien. Die Schwäche andernorts führt Einhell auf die verhaltene Konjunktur in Europa und auf das Wetter zurück, das dem Gartengeschäft zugesetzt habe — bei diesem Sortimentsanteil ein realer Risikofaktor.
Wir haben unsere Ertragskraft im ersten Halbjahr in einem anspruchsvollen Marktumfeld behauptet und zugleich unsere Finanzposition weiter gestärkt — Michael Brunner, CFO der Einhell Germany AG
Wohin die Plattform wachsen soll
Bis Ende 2029 soll das Power-X-Change-Sortiment nach Unternehmensangaben mehr als 500 Produkte umfassen; mittelfristig strebt Einhell einen Umsatzanteil von über 70 Prozent an. Vorstandschef Andreas Kroiss beschreibt das Ziel als Ausbau der Plattform über immer mehr Anwendungen in Haushalt, Werkstatt, Garten und Freizeit — dieselbe Sache von der Produktseite betrachtet, denn der Anteil steigt nur, wenn es das nächste benötigte Gerät auch kabellos gibt.
Für das Gesamtjahr bleibt die Prognose unverändert: rund 1,2 Mrd. Euro Umsatz und eine Rendite vor Steuern von etwa 9,0 Prozent. Als Risiken nennt Einhell die gedämpfte europäische Konjunktur sowie geopolitische und handelspolitische Unsicherheiten. Der internationale Markenaufbau bleibe vorrangiges Ziel, unter anderem über den Ausbau des Vertriebsnetzes und Zukäufe.
Warum eine Bilanzmeldung Werkzeugnachrichten sind
Einhell ist der deutlichste Fall in diesem Katalog eines Herstellers, dessen Strategie ein Akku ist und kein Werkzeug. Bei 56 Prozent und weiter steigend ist Power X-Change keine Reihe innerhalb von Einhell mehr, sondern nahezu Einhell selbst; die 85 Prozent in Österreich zeigen, wie Sättigung in einem Markt aussieht, den die Plattform früh erreicht hat. Wer ein Einhell-Gerät erwägt, liest hier vor allem eines: Die Zusage des Unternehmens, den Akku kompatibel zu halten, ist inzwischen durch mehr als die Hälfte seines Umsatzes gedeckt.
Nach einer Pressemitteilung von Einhell, veröffentlicht am 18. August 2026.
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